Das Dorf liegt 5 km von Cochem entfernt auf dem Eifelgebirge an der Provinzialstraße, welche von Cochem nach Ulmen führt. Es hat 107 Wohnhäuser und zählt nach der Volkszählung von 1890 452 Einwohner. Die Häuser sind mit geringer Ausnahme aus Fachwerk ausgeführt. Der größte Teil dieser Häuser ist mit Stroh gedeckt. Die Strohdächer werden aber mit jedem Jahr weniger, da nur Ausbesserungen geringen Ausmaßes mit Stroh ausgeführt werden dürfen. Seit 1883 sind bei 15 alten Häusern die Strohdächer durch Schieferdächer ersetzt worden.

Eine eigentümliche Einrichtung bei den Wohnhäusern ist, dass der Hausflur gleichzeitig als Küche benutzt wird. Mit den Wohnungen sind die Bewohner sehr genügsam. Nur in wenigen Häusern sind die Räume des ersten Stockes, welcher hier Speicher genannt wird, gedielt und verputzt; sie stehen vielmehr noch ganz roh da. Mit dem Wohnhause bilden Scheune und Stall ein einziges Gebäude. Gewöhnlich führt aus dem Flur des Hauses eine Tür in den Stall. Neben jedem Hause liegt ein Garten, in welchem aber nur wenig Gemüse gepflanzt wird. Vielmehr dient er dazu, die jungen Kohlpflänzchen, welche später in den Acker versetzt werden, zu ziehen.

In der Mitte des Dorfes erhebt sich auf einer erhöhten Stelle die Pfarrkirche. Direkt neben der Kirche, in der Nähe einer stattlichen Ulme, liegt das alte Schulhaus, in dessen Erdgeschoss zwei Gemeindebacköfen sind. Auf einer wackeligen Treppe steigt man zum alten Schulsaal sowie zur Lehrerwohnung empor. Auch hier ist, wie in den Bauernhäusern, die Küche im Hausgang gewesen. Der frühere Schulsaal ist sehr klein und ausnahmsweise niedrig; nur 2 m hoch gewesen. Die zwei Zimmer, welche die Lehrerwohnung bildeten, liegen hinter dem Schulsaal, so dass man stets durch diesen gehen musste, wenn man zur Küche wollte. Jetzt ist im Schulsaal eine Fruchtreinigungsmaschine aufgestellt. Unter der Treppe soll auch ein Stall gewesen sein.

Die durch das Dorf führende Straße wurde im Jahre 1848 gebaut. Vor dieser Zeit soll es ein sehr schlechter, schmutziger Weg gewesen sein, der im Winter und bei nassem Wetter kaum passierbar war. Von dieser Dorfstraße gehen verschiedene Wege ab. An der Nordseite, an der Schule vorbei, geht die Queter, welche sich in einem Bogen nach Westen dreht, sich hinter der Kirche mit dem sogenannten Napoleonsträßchen vereint und im Westen von der Kirche auf einem freien Platze, welches Schülchen oder Schildchen heißt, endigt. Von diesem Platze geht auch der Entenpuddel aus. wie die Queter, beschreibt dieser Weg einen Bogen und endigt in der Dorfstraße. Auf der Südseite gehen drei Gassen von der Dorfstraße ab: der Kirchweg, die Stiergasse und die Böllergasse. Die Kirche ist die Grenze zwischen dem Ober- und dem Unterdorf. Das äußerste Ende des Unterdorfes führt allgemein den Namen "Klein-Frankreich". Die Bewohner dieser Gegend nennt man "Franzosen". Die Benennung "Klein-Frankreich" kam erst um das Jahr 1871, wie aus alten Schriften zu entnehmen ist.

Faid liegt ziemlich auf der Wasserscheide zwischen Ellerbach und Endertbach. Es ist wasserarm.
In trockenen Jahren, wie 1892 und 1893 ist die Not sehr groß, weil kaum reines Trinkwasser zu bekommen ist. Im Dorfe selbst finden sich eine ganze Reihe von Gemeindebrunnen, manche von beträchtlicher Tiefe. An allen, mit einer Ausnahme, wird der Eimer an einer Kette von einem großen Rad in die Höhe gezogen. Die Brunnen sind offen. An dem im Jahre 1888/89 gegrabenen Brunnen ist eine Pumpe, die aber gewöhnlich zerbrochen ist, so dass das Wasser an einer kleinen Öffnung hinter der Pumpe mit einem langen Seil herausgezogen wird. Außer diesen Brunnen hat das Dorf aber noch zwei kleine Wasserleitungen, die aber den größten Teil des Jahres trocken sind. Etwas westlich von der Schule ist der Brandweiher, der im Jahre 1843 bedeutend vergrößert wurde.